Galerie

Jedes Werk ist ein Unikat – ein Moment, den es nur einmal gibt.

Ausdruck, Rhythmus, Gefühl auf Leinwand.

Abstrakter Expressionismus mit eigener Handschrift – roh und zugleich voller Eleganz.

Dark Art XVI

Acryl auf Leinwand

50 x 80 x 4cm

CHF 10'000

Dark Art XV

Acryl auf Leinwand

100 x 120 x 4cm

Verkauft

Dark Art XXII

Acryl auf Leinwand

70 x 100 x 4.5cm

CHF 14'000

Dark Art V

Acryl auf Leinwand

50 x 70 x 4cm

CHF 9'000

Dark Art X

Acryl auf Leinwand

50 x 70 x 4cm

CHF 9'000

Dark Art White

Acryl auf Leinwand

70 x 50 x 1.5cm

Auf Anfrage

Dark Art VII

Acryl auf Leinwand

100 x 70 x 2cm

CHF 10'000

Dark Art XX

Acryl auf Leinwand

100 x 80 x 4cm

CHF 13'000

Dark Art I

Acryl auf Leinwand

120 x 100 x 4cm

CHF 20'000

Dark Art Rabbit Blue

Acryl auf Leinwand, Hasen aus Plastik

58 x 58 x 1.5cm

CHF 8'000

Dark Art Rabbit Pink

Acryl auf Leinwand, Hasen aus Plastik

58 x 58 x 1.5cm

CHF 8'000

Dark Art Chessboard Pink

Acryl auf Leinwand mit Mylar Bags

50 x 100 x 4.5cm

CHF 8'000

Dark Art XIX

Acryl auf Leinwand

30 x 60 x 4cm

CHF 5'500

Dark Art II

Acryl auf Leinwand

50 x 60 x 4cm

CHF 10'000

Dark Art XXI

Acryl auf Leinwand

70 x 100 x 4,5cm

Verkauft

Dark Art Red

Acryl auf Leinwand

100 x 120 x 4cm

CHF 18'000

Mit diesem Werk möchte ich zeigen, wie sich Bedeutung manchmal nur in kleinen, kaum greifbaren Fragmenten offenbart. Dark Art Red existiert im Kern durch jene roten Punkte, die wie entfernte Signale wirken — minimal, fast verloren im Raum, und doch essenziell. Sie bewahren den Atem eines Hintergrunds, der sich jeder Form entzieht und gerade durch seine Unbestimmtheit eine eigene Präsenz entfaltet.

Wer den Blick auf diese Punkte richtet, wird unweigerlich in eine Art kosmisches Fragment gezogen: ein Ausschnitt aus Unendlichkeit, in dem die vertrauten physikalischen Gesetze aufgehoben scheinen. Schwerkraft verliert ihre Bedeutung, Gewicht löst sich auf. Alles wirkt, als sei es in eine stille Leere gespült worden — bis an die Grenze des Verschwindens.

Damit möchte ich ausdrücken, wie fragil und gleichzeitig kraftvoll das Unfassbare sein kann, und wie stark selbst das Kleinste in uns eine ganze Welt zum Schwingen bringen kann.

Dark Art II ist kein Ort der Ruhe. Es ist ein Zustand von Forderung, ein visuelles Drängen, das keinen Abstand erlaubt. Das Gelb schreit, es drängt sich nach vorne, es will gesehen werden. Die Linien und Farbspritzer darauf habe ich nicht gesetzt, sondern freigesetzt. Sie sind keine Zeichen, sondern Spuren eines Moments, in dem Kontrolle zweitrangig war.

Das dunkle Zentrum ist kein Fokuspunkt im klassischen Sinn, sondern ein Widerstand. Etwas, das sich verdichtet, weil es nicht weiter kann. Von dort aus schießen die Linien in alle Richtungen, nicht um Ordnung zu schaffen, sondern um auszuhalten, was da ist. Rot taucht auf wie ein Impuls, Weiß wie ein kurzes Aufblitzen – nichts davon erklärt sich, alles behauptet sich.

Hier geht es mir nicht um Komposition, sondern um Konfrontation. Dark Art II will nicht in erster Linie schön sein. Es will bestehen bleiben. Es hält Spannung fest, ohne sie aufzulösen, und verlangt vom Betrachter keine Zustimmung, sondern Präsenz. Wer bleibt, wird nicht geführt – sondern muss selbst Stellung beziehen.

Bei Dark Art XVI ging es mir darum, eine dichte Präsenz entstehen zu lassen. Schicht um Schicht habe ich die Oberfläche aufgebaut, bis sich die Farbe gegenseitig trug und herausforderte. Das Pink bewegt sich nicht frei, sondern behauptet sich innerhalb des Schwarzen, bleibt sichtbar, ohne sich aufzudrängen.

Die blockartigen Züge schaffen eine Struktur, die ruhig wirkt und zugleich unter Spannung steht. Nichts löst sich auf, alles bleibt im Bild verankert. Ich habe den Prozess bewusst offen gelassen – Spuren, Überlagerungen und Brüche sind Teil der Schönheit dieser Arbeit.

Für mich ist dieses Werk ein in sich geschlossener Zustand. Es lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen, nicht um etwas zu entschlüsseln, sondern um die Tiefe, das Gewicht und die stille Intensität der Oberfläche wahrzunehmen.

Dark Art XXII ist aus der Überzeugung entstanden, dass unser wahrer Weg nach innen führt. Die Romantik hat diese Sehnsucht formuliert: das Ich ist nicht nur ein Rückzugsort, sondern ein Raum voller Tiefe und Möglichkeiten. „Nach innen geht der geheimnisvolle Weg“ war dabei ein leiser, aber stetiger Begleiter.

Das Blau steht für diese Bewegung nach innen – nicht ruhig, sondern vielschichtig, aufgewühlt, lebendig. Es öffnet einen inneren Raum, in dem Gedanken, Gefühle und Erinnerungen gleichzeitig existieren. Die gelben Fragmente gleichen kurzen Erkenntnissen, die kommen, ohne sich festzuschreiben.

Dark Art XXII ist für mich ein Bekenntnis zum Ich. Nicht im Sinne von Abgrenzung, sondern als Ausgangspunkt. Die Sehnsucht bleibt, sie treibt das Bild an, hält es in Bewegung. Die Schönheit entsteht hier nicht aus Antworten, sondern aus dem Mut, dem eigenen Inneren zu folgen.

Mit Dark Art White wollte ich eine visuelle Sprache erschaffen, die sich jeder festen Form entzieht. Die fluktuierende weisse Farbe strömt in die Weite eines beinahe grenzenlosen Raums und löst sich so von starren Strukturen. Diese freie Gestik verleiht dem Werk einen natürlichen Fluss – als würde der Gedanke selbst zu Materie werden und die Materie wieder zu einem flüchtigen Gedanken.

Bei Dark Art White richtet sich mein Blick auf das Absolute, das Allumfassende. Ich möchte Spuren im Bewusstsein hinterlassen, indem ich den Betrachter einlade, sich dieser Unendlichkeit hinzugeben. Das Bild lebt von der Dialektik der Gegensätze: Ein einzelner Farbtropfen wird dabei zum Mikrokosmos und gleichzeitig zum Makrokosmos – zu einem nahen und fernen Planeten zugleich. Sein feiner Sprühnebel zeichnet die Umrisse einer galaktischen Weite nach, eines Universums, in dem man sich verlieren kann, wenn man bereit ist, sich hineinziehen zu lassen.

Schwarz und Weiß geben Dark Art XX eine klare, fast elegante Grundhaltung – ruhig, strukturiert, bewusst reduziert. Sie tragen das Bild, ohne es festzulegen, und schaffen eine Atmosphäre von Konzentration und Tiefe.

Die pinken Farbspritzer bringen eine leise Verschiebung in diese Strenge. Sie sind wie ein Moment der Leichtigkeit, der das Bild öffnet und ihm etwas Spielerisches verleiht.

Beim Arbeiten ging es mir darum, Spannung nicht durch Dramatik zu erzeugen, sondern durch Feinheit. Die sichtbaren Pinselspuren bleiben Teil der Oberfläche, nicht als Geste, sondern als Rhythmus. Für mich liegt die Schönheit dieses Werkes genau in diesem Gleichgewicht: zwischen Klarheit und Freiheit, Haltung und Offenheit.

Mit Dark Art Rabbit Blue wollte ich einen Raum schaffen, in dem Kontrolle und Intuition unmittelbar aufeinandertreffen. Die schwarze Fläche entwickelt eine ruhige Grundspannung, die von energischen pinken Linien durchbrochen wird. Diese impulsiven Bewegungen entstehen ohne Planung – sie folgen keinem festen Muster, sondern dem, was sich im Moment zeigt. Dadurch entsteht ein lebendiger Rhythmus, der die Bildfläche ständig neu definiert.

Die drei blauen Kunststoffhasen bringen eine fast verspielte Körperlichkeit ins Werk. Sie stehen zugleich im Kontrast und im Dialog mit den abstrakten Spuren darüber. Sobald die Linien über ihre Formen hinwegziehen, werden sie Teil des Malprozesses, verlieren ihren klaren Objektstatus und verwandeln sich in Elemente einer offenen Erzählung. Das Figurative und das Abstrakte greifen ineinander, ohne sich gegenseitig zu verdrängen.

Für mich ist Dark Art Rabbit Blue ein Moment, in dem Humor, Ernsthaftigkeit und spontane Emotionen unerwartet zusammenfinden. Während des Arbeitens hatte ich das Gefühl, als würde ich einen Gedanken festhalten, der ständig die Richtung wechselt – manchmal leicht, manchmal schwer, manchmal fast ironisch. Die Hasen standen dabei wie Beobachter dieser inneren Bewegung, stumm, aber bedeutungsvoll, während die Farblinien ihre Spuren wie flüchtige Reaktionen hinterließen.

So entstand ein Werk, das zwischen Ruhe und Impuls lebt. Die kräftigen Pink- und Blautöne erzeugen eine Spannung, die nicht laut, aber eindringlich ist. Dark Art Rabbit Blue lädt dazu ein, in diesem Zusammenspiel aus Objekt und Geste, Farbe und Form, eine eigene Geschichte aufzuspüren – eine, die sich nicht aufzwingt, sondern sich erst durch das Schauen entfaltet.

Für mich ist Dark Art Chessboard Pink ein Spiel mit Regeln, die nur da sind, um gebrochen zu werden. Das Schachbrett wirkt zuerst streng, logisch, fast kühl – ein System, das Ordnung verspricht. Aber diese Ordnung interessiert mich nur als Bühne. Die pinke Linie ist mein Gedanke, mein Körper, mein Impuls. Sie folgt keinem Feld, keinem Raster, keinem „richtig“ oder „falsch“. Sie geht einfach ihren eigenen Weg.

Ich sehe darin mein Ich: klar sichtbar, laut, unübersehbar. Pink ist hier kein Dekor, sondern Haltung. Eine Spur von Präsenz, die sagt: Ich bin da, und ich bewege mich, wie es mir entspricht. Das Raster bleibt stehen, unbewegt, während die Linie lebt, zögert, beschleunigt, stolpert und weitermacht. Für mich ist das Bild ein Statement gegen Anpassung – ein leuchtender Beweis dafür, dass Individualität nicht innerhalb von Kästchen entsteht, sondern genau dort, wo man sie überspringt.

Dark Art XIX ist für mich Bewegung im Zustand permanenter Verwandlung. Nichts steht still, nichts will festgelegt werden. Die Farben kommen und gehen wie Stimmungen: Türkis kippt in Gelb, Pink flackert auf wie ein inneres Aufleuchten, Violett hält alles kurz zusammen – und schon löst es sich wieder. Ich male hier nicht Formen, ich folge Übergängen.

Das Schwarze ist kein Hintergrund, es ist Weite. Eine tiefe, offene Weite, in der ich mir erlaube, widersprüchlich zu sein. Die weißen Spritzer sind Atemzüge, spontane Eingriffe, kleine Störungen, die genau das lebendig halten, was sonst zu glatt wäre. Sie erinnern mich daran, dass Schönheit nicht kontrolliert entsteht, sondern im Moment des Loslassens.

Als Künstlerin sehe ich mich in diesem Bild selbst: wandelbar, neugierig, nicht festzulegen. Ich erlaube mir, Vieles gleichzeitig zu sein. Dieses Werk feiert genau das – die Freiheit, sich immer wieder neu zu erfinden, ohne erklären zu müssen, warum.

Dark Art Rabbit Pink entwickelt eine ganz eigene Atmosphäre. Die pinken Hasen gleichen unerwarteten Protagonisten auf der Leinwand — Figuren, die zugleich spielerisch und seltsam entrückt erscheinen. Sie stehen nicht einfach auf der Oberfläche, sondern scheinen in die malerische Struktur eingebunden zu sein, als würden sie den Augenblick festhalten, der sich gerade bildet.

Über ihnen ziehen sich leuchtende türkise Linien, die die Fläche nicht schneiden, sondern sie mit einer Offenheit durchkreuzen, die zwischen Zufall und Entscheidung pendelt. Manchmal wirken sie wie schnelle Reaktionen, dann wieder wie ein bewusst gesetzter Atemzug. Dadurch entsteht ein Geflecht, das die Hasen einhüllt, hervorhebt und zugleich verfremdet.

Während ich dieses Bild geschaffen habe, hatte ich das Gefühl, eine Art inneres Bühnenbild aufzubauen. Die Hasen hatten für mich etwas von Statisten, die sich in einer Handlung wiederfinden, deren Regeln sie selbst nicht kennen. Die türkisenen Linien wurden dabei zu Spuren dieser unsichtbaren Handlung — flüchtig, intuitiv und doch mit einer eigenen, Präzision.

Für mich trägt das Werk eine Stimmung, die sich schwer benennen lässt. Das Pink der Figuren, das Türkis der Gesten, das Zusammenspiel von Dreidimensionalität und Farbe — alles zusammen erzeugt ein Bild, das nicht einfach betrachtet wird, sondern sich wie ein kleiner, verschobener Moment anfühlt, der irgendwo zwischen Wirklichkeit und Vorstellung stattfindet.

Für mich ist Dark Art I ein Akt wahrer Freiheit. Ich habe nichst geplant, nur geschehen lassen. Schwarze Fläche als offener Raum, Farbe als Entscheidung: direkt, ungefiltert, ohne Rückversicherung. Rot schießt durch das Bild wie ein Pulsschlag, Gelb blitzt trotzig auf, Weiß hält alles in Bewegung. Keiner ordnet sich dem anderen unter, keiner bittet um Erlaubnis.

Beim Arbeiten folge ich keinem System, sondern einem inneren Tempo. Das Wilde ist hier kein Chaos, sondern Ehrlichkeit. Jede Spur bleibt sichtbar, jede Geste darf bleiben. Dieses Bild sagt: Leben ist nicht glatt, aber intensiv. Und genau darin liegt seine Kraft und Schönheit. Ich glaube an Energie statt Kontrolle – und daran, dass Kunst dann am stärksten ist, wenn sie sich nicht anpasst, sondern ihren eigenen Rhythmus behauptet.

Dark Art VII lebt von einer Komposition, die in ständiger Bewegung zu sein scheint. Auf dem tiefschwarzen Hintergrund brechen leuchtende Gelb- und Rottöne hervor, als würden Funken aus einer unsichtbaren Quelle nach außen drängen. Die Farben wirken nicht nur nebeneinander, sondern gegeneinander, miteinander, umeinander – ein vibrierender Austausch, der pure Energie erzeugt.

Inmitten dieses kontrollierten Chaos offenbart sich eine besondere Form von Eleganz: ein Moment der Ordnung, der immer wieder im Ungeordneten aufblitzt. Genau darin liegt für mich die Kraft des Bildes. Es zeigt, dass selbst aus den dunkelsten Themen etwas Strahlendes entstehen kann, wenn man ihnen erlaubt, sich zu entfalten. Die Farbe scheint das Dunkle nicht zu überdecken, sondern es zu durchdringen, bis daraus etwas Neues, Intensives und Bedeutungsvolles entsteht.

Dieses Bild ist ein Exzess. Nicht als Eskalation, sondern als Zustand. Es ist aus dem Bedürfnis entstanden, nichts zu zügeln, nichts zu dosieren. Farbe durfte sich häufen, überschneiden, überlagern – so lange, bis das Zuviel selbst Form angenommen hatte. Diese Arbeitsweise ist mir vertraut, weil auch ich dazu neige, Dinge nicht nur halbherzig zu erleben.

Das Wilde ist hier kein Ausbruch gegen etwas, sondern ein Teil des Lebensflusses. Rot, Weiß und die vielen farbigen Spuren drängen sich nicht zufällig, sie existieren gleichzeitig, ungeduldig, lebendig. Das Schwarz hält diesen Überschuss nicht fest, es trägt ihn. Es macht sichtbar, dass selbst im Exzess ein Rhythmus entstehen kann.

Für mich liegt in diesem Werk eine rohe Schönheit und Wildheit. Dark Art X vibriert. Es zeigt, dass Intensität kein Fehler ist, sondern eine Form von Wahrheit – und dass das Ungezähmte zum Leben gehört, wie die Luft zum Atmen.

Dark Art XV ist laut. Die schwarze Leinwand ist für mich kein Raum der Schwere, sondern eine Bühne, auf der Farbe springen, kollidieren und tanzen darf. Jeder Farbklecks ist ein Moment von Bewegung, ein kurzer Ausbruch von Energie, der nicht geplant, sondern zugelassen wird.

Pink, Blau, Türkis und Weiß begegnen sich hier ohne Hierarchie. Sie drängen nicht, sie feiern ihre Gleichzeitigkeit. Das Bild lebt von Geschwindigkeit, von Mut zur Intensität, von dem Vertrauen, dass Schönheit dort entsteht, wo Kontrolle losgelassen wird.

Für mich ist dieses Werk ein visuelles Aufatmen. Ein Zustand, in dem alles in Bewegung bleibt, leicht, kraftvoll und offen — wie ein Augenblick, in dem man spürt, dass Lebendigkeit genug ist.

Dark Art V will nichts erklären. Die schwarze Leinwand war von Anfang an gesetzt – kein Neuanfang, kein leeres Versprechen. Alles, was darauf geschieht, muss mit dieser Dunkelheit klarkommen. Weiß und Rot sind keine Akzente, sie sind Eingriffe. Spuren von Entscheidungen, die nicht zurückgenommen werden.

Das Weiß taucht auf wie ein kurzer Widerstand gegen das Verschwinden. Das Rot ist näher am Körper, unruhig, unkontrolliert. Schwarz auf Schwarz verwischt jede Grenze, bis nicht mehr klar ist, wo das Bild beginnt und wo es endet. Genau das war der Punkt.

Hier geht es nicht um Balance. Es geht darum, etwas zuzulassen, das sich ausbreitet, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Das Werk bleibt offen, überladen, unbequem. Es verlangt keine Deutung – es ist einfach da, als Ergebnis eines Moments, der nicht veredelt wird.

Dark Art XXI hält sich nicht an Erwartungen. Das Schwarz ist hier keine Bedrohung und kein Drama, sondern eine selbstbewusste Setzung, die sich Raum nimmt. Zwischen diesen Flächen bleibt die Leinwand sichtbar – nicht als Farbe, sondern als offenes Feld, das nicht überdeckt werden will. Das Weiß ist kein Akzent, sondern der Ort, an dem das Bild atmet.

Darüber bewegen sich türkise Spuren, ohne um Erlaubnis zu fragen. Sie tauchen auf, kreuzen Wege, verlieren sich wieder. Manche wirken beiläufig, andere entschieden, doch keine von ihnen versucht, Ordnung herzustellen. Sie reagieren, statt zu planen – genau darin liegt ihre Eigenständigkeit.

Beim diesem Bild geht es mir darum, nicht alles zu füllen. Die Leinwand darf sichtbar bleiben, darf widersprechen, darf sich zeigen. Dark Art XXI ist aus dem Vertrauen entstanden, dass nicht jede Fläche behauptet werden muss. Diese Mischung aus Setzung und Offenlassen macht für mich seinen Charakter aus – ruhig, eigensinnig und mit einer leisen, selbstbewussten Rebellion.

Kunstprojekte

Projekt CONGIUNTI

Ein Künstler der Vergangenheit im Vergleich zu einem von heute.

Verwandtschaften, Zitate, zeitübergreifende Verbindungen zwischen Künstlern von heute und Meistern von gestern.

Das umfassende Projekt CONGIUNTI fand seinen Ausdruck in einem von Giunti herausgegebenen Band und in einem Ausstellungszyklus.

Verlag: Giunti Editore
Italienisch / 256 Seiten / 2023

ISBN-10 ‏ : ‎ 8809958268

ISBN-13 ‏ : ‎ 978-8809958265
Im Buchhandel erhältlich.

Seiteninhalt:

Olivia Seger ist eine in der Schweiz geborene, autodidaktische Künstlerin, die sich auf eine sorgfältige abstrakte Recherche auf schwarzem Hintergrund eingelassen hat und ihre poetische Dark Art nennt; ihre visuelle Sprache zeichnet sich durch fluktuierende Farbflecken aus, die sich in die Unermesslichkeit des monochromen Raums ergießen. Diese von starren strukturellen Regeln losgelöste Gestik verleiht den Werken einen Fluss, der dem Dripping von Jackson Pollock würdig ist. Die Zeichen werden jedoch nicht durch eine runde Aufteilung, sondern durch schnelle Bewegungen geführt. Seger erinnert so an die Emanzipation von Pollock, obwohl sie der Poetik von Sam Francis, seinen dichten Flecken, die die Leinwände bevölkern und färben, näher scheint. Wenn bei Sam Francis - der zu den großen Protagonisten der amerikanischen Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt - die Farbe die eigentliche Substanz ist, die sich von einem leuchtenden Hintergrund abhebt, so scheint Seger zu ihm vollkommen komplementär zu sein, indem sie die beiden Grundfarben der Schöpfung verwendet: Weiß, die Summa aller anderen, und Schwarz, das als Hintergrund dient. Unsere Untersuchung steht auch in engem Zusammenhang mit den Arbeiten von Georges Mathieu, der als einer der größten Vertreter der informellen Malerei und der lyrischen Abstraktion gilt. Mathieu schlägt die Verwendung von Gesten in der Pariser Schule vor, in Analogie zu den Entwicklungen im amerikanischen Action Painting. Seger nimmt Mathieus formale Freiheit auf und entwickelt sie in einem zeitgenössischen Kontext weiter, in dem Farbe und Geste zu Mitteln werden, um mit der eigenen Erfahrung und dem eigenen Inneren in Kontakt zu treten.

Eine weitere Gemeinsamkeit besteht mit den Werken von Jirõ Yoshihara, dem Gründer der Gutai Art Group, einer 1954 in Ashiya geborenen Avantgarde-Bewegung, die einen künstlerischen Ausdruck propagiert, der eng mit dem japanischen "Geist" verbunden und von einer Zen-Sicht auf die Welt und die Dinge geprägt ist. In unserer Arbeit wird der Geist zur Materie und diese zum Geist, ihre Arbeit hinterlässt Spuren im Bewusstsein, indem sie sich der Suche nach dem All, dem Absoluten, dem Unendlichen zuwendet. Dark Art White spielt mit der Dialektik der Gegensätze, indem es ununterbrochene Metamorphosen zwischen Erde, Luft, Feuer, Wasser und jedem anderen sinnlichen Element durchführt. Der kleine Farbtropfen wird so zu Mikrokosmos und Makrokosmos, zu einem nahen und fernen Planeten, der mit seinem Sprühnebel eine unermessliche Galaxie oder ein Universum umreißt, in dem man sich verlieren kann.

Buchinhalt:

Diese Verlagsinitiative befasst sich mit zeitgenössischen Künstlern, die über Zeit und Raum hinweg Affinitäten, Zitate, Verbindungen und Ähnlichkeiten mit Meistern der Vergangenheit aufweisen. So wie die Kunst im Laufe der Jahrhunderte eine Quelle von Inspirationen und Referenzen war, so wird das Projekt, das sich in mehreren Ausstellungen artikuliert, von denen die Publikation einen visuellen Querschnitt darstellt, jene Werke vorschlagen, die trotz einer aktuellen Sprache Vorboten universell gültiger Werte der Schönheit sind. Maßgebliche Meister der Vergangenheit - in der Malerei, der Bildhauerei und der Fotografie - werden in einigen der heutigen Künstler neue "Erben" finden, wenn man das Kunstsystem als eine große Familie verschiedener Ausdrucksformen betrachtet, die sich, um es mit den Worten Ludwig Wittgensteins zu sagen, gegenseitig befruchten. Dieser entscheidende Schritt der Annäherung zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist ein strukturelles Merkmal der Kunst, in dem wir das erkennen können, was Francesco Arcangeli "tramandi" nannte, d.h. lange Fäden, die z.B. die Werke von Mondrian mit denen von Piero della Francesca, die von Wiligelmo mit denen von Pollock oder die von Cimabue mit denen von Morandi verbinden. Die Idee des "Klassischen" wird hier also nicht mehr als unveränderlicher Wert verstanden, an dem man sich festhalten muss, um der Fluidität der Gegenwart zu begegnen, sondern als Ausgangspunkt, Reflexionspunkt und Fundament für die Schaffung neuer ästhetischer Formen und Inhalte.