Kunst ist kein Ort der Sicherheit
In diesem Beitrag schreibe ich darüber, warum Kunst für mich kein geschützter Raum ist, sondern ein Ort des Wagnisses. Ich reflektiere, weshalb Risiko keine Nebensache, sondern Voraussetzung für echte künstlerische Arbeit ist – und warum Schönheit erst dort entsteht, wo Kontrolle endet. Der Text ist ein Plädoyer gegen kreative Sicherheit und für Mut, Unsicherheit und lebendige Entscheidungen.
2/26/20262 min read


Ich misstraue Bildern, die zu höflich sind.
Die wissen, wie sie wirken.
Die niemanden aus dem Gleichgewicht bringen.
Kunst ist kein Sofa. Kein sicherer Ort, an dem man weich landet. Wenn ich male, suche ich nicht nach Komfort. Ich suche nach Reibung. Nach dem Moment, in dem ich nicht mehr genau weiss, ob das, was ich tue, noch funktioniert.
Sicherheit ist verführerisch. Sie sagt: Bleib bei dem, was du kannst. Wiederhole dich. Optimiere. Werde besser in dem, was schon akzeptiert ist. Aber etwas in mir wird dann leise. Und ich habe gelernt, dieser Stille nicht zu trauen.
Risiko ist kein Drama. Es ist ein feiner, nervöser Zustand. Eine leichte Unsicherheit im Handgelenk. Ein Strich, der zu weit geht. Eine Farbe, die alles kippen lässt. Risiko bedeutet, dass ich nicht garantieren kann, dass das Bild „gut“ wird. Es bedeutet, dass ich bereit bin, es scheitern zu sehen.
Und genau dort beginnt es interessant zu werden.
Abstrakte Kunst lebt vom Risiko. Ohne Gegenstand, ohne Geschichte, ohne klaren Halt gibt es nichts, hinter dem man sich verstecken kann. Jede Entscheidung steht nackt im Raum. Jede Linie ist Behauptung. Jede Leerstelle ein Wagnis.
Ich arbeite nicht, um mich sicher zu fühlen. Ich arbeite, um wach zu bleiben. Sicherheit macht träge. Risiko schärft die Sinne. Es zwingt mich, hinzusehen. Zu reagieren. Mich selbst zu überraschen.
Schönheit entsteht für mich nicht aus Kontrolle, sondern aus Mut. Nicht aus Perfektion, sondern aus dem Moment, in dem ich kurz davor bin, etwas zu ruinieren – und trotzdem weitermache. Oder aufhöre. Beides ist Risiko.
Manchmal zerstöre ich ein fast fertiges Bild, weil es zu glatt geworden ist. Zu zufrieden. Zu abgeschlossen. Es fühlt sich dann nicht mehr lebendig an. Kunst darf atmen, aber sie darf auch stolpern.
Ich glaube nicht, dass Kunst uns schützen soll. Sie darf uns verunsichern. Nicht um zu verletzen, sondern um uns daran zu erinnern, dass da noch mehr ist.
Risiko ist kein heroischer Akt. Es ist eine Haltung. Die Bereitschaft, nicht alles zu wissen. Nicht alles zu kontrollieren. Nicht alles retten zu wollen.
Kunst ist kein Ort der Sicherheit.
Sie ist ein Ort der Möglichkeit.
Und Möglichkeit beginnt immer dort, wo etwas auf dem Spiel steht.
Wenn Kunst kein Ort der Sicherheit ist, dann sind meine Werke Einladungen ins Ungewisse.
Entdecke Arbeiten, die nichts versprechen – außer Echtheit.✨
Abstrakte Malerei für Menschen, die Tiefe und Schönheit im Unwiederholbaren suchen.
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